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Sondenloser Herzschrittmacher bei ersten Patienten erfolgreich eingesetztLinks: Kardiokapsel Micra implantiert. Rechts: Größenvergleich herkömmlicher Schrittmacher und Kardiokapsel

Sondenloser Herzschrittmacher bei ersten Patienten erfolgreich eingesetzt

Kardiologie Kreisklinik Ebersberg

15.05.2020

Das Team Kardiologie unter Chefarzt Priv.-Doz. Martin Schmidt hat im Februar erstmals den kleinsten Herzschrittmacher der Welt, das Medtronic Micra® Transcatheter Pacing System, bei einem Patienten der Kreisklinik Ebersberg eingesetzt: die so genannte Kardiokapsel. „Das war erneut eine großartige Zusammenarbeit mit dem Assistenzteam unter Marina Matjanovski“, freut sich der Kardiologe über die kontinuierliche Innovationsbereitschaft  seiner Mitarbeiter. Inzwischen konnten weitere Patienten mit der neuen Technologie versorgt werden.


Die winzige Kardiokapsel  ist weniger als ein Zehntel so groß wie ein herkömmlicher Schrittmacher, etwa so groß wie eine große Vitamintablette. Es bietet die fortschrittlichste Herzschrittmachertechnologie und ist dabei kosmetisch unsichtbar und klein genug, sodass sie über einen Katheter minimal-invasiv über die Leiste unmittelbar ins Herz eingebracht werden kann. Sobald die Kardiokapsel positioniert ist, wird sie an der Herzwand befestigt und kann bei Bedarf umpositioniert oder entfernt werden.


Im Gegensatz zu herkömmlichen Schrittmachern sind bei der Kardiokapsel weder Elektroden erforderlich, noch muss operativ eine „Tasche“ unter der Haut angelegt werden. Stattdessen wird das System mit winzigen Titanärmchen in der Herzwand verankert und gibt über einen Pol an der Spitze des Geräts die elektrischen Impulse für die Herzaktivität ab.


Trotz der geringen Größe der Kardiokapsel beträgt die geschätzte Lebenszeit der Batterie zehn Jahre.


Das System reagiert auf den Aktivitätsgrad des Patienten, indem es die Schrittmachertätigkeit automatisch anpasst.


Es ist für Kernspin-(MRT)Untersuchungen aller Körperregionen zugelassen und hält dem Patienten so den Zugang zu diesem heute wichtigen diagnostischen Bildgebungsverfahren offen.


Die Kardiokapsel ist bisher für Patienten bestimmt, die von einem Einkammer-System profitieren, da es aufgrund der erforderlichen Wandstärke bisher nur in der Herzkammer eingesetzt werden kann. Weiterentwicklungen mit Abdeckung von Vorhof und Herzkammer stehen kurz vor der Einführung.


Die Kardiokapsel wird als Kassenleistung angeboten, die Patienten erhalten die Kardiokapsel also, ohne eine zusätzliche Gebühr entrichten zu müssen.



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