Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin feiert Jubiläum

Das Team der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin freut sich über das Jubiläum der Abteilung (von links nach rechts): Leitender Oberarzt Dr. Thomas Rieder, Assistenzärztin Dr. Nora Zahlmann, Oberärztin Dr. Ilaria Puttini, Chefarzt Dr. Heiko Wendorff, Karin Anderl, Wundexpertin Sonja Hennek, Assistenzarzt Maximilian Ploss, Wundexpertin Stefanie Kasparet, Assistenzarzt Jean-Steven Litardo-Perez, Stationsleitung 4B Lisa Vorbach, Oberärztin Dr. Kerstin Stoklasa. (Klinikum Ebersberg München Ost/Peter Hinz-Rosin)
„In einer alternden Gesellschaft, in der Gefäßerkrankungen zu den zentralen Treibern von Schlaganfall, Amputation und Dialysepflicht zählen, ist das ein echter Versorgungsgewinn für die Menschen in der Region Ebersberg“, bilanziert Chefarzt Dr. Heiko Wendorff. Geschäftsführer Stefan Huber stimmt zu: „Was früher häufig den Weg in weiter entfernte Zentren bedeutete, kann heute in Ebersberg auf hohem Niveau und wohnortnah versorgt werden.“ Ein Beispiel für Erkrankungen, die das Ebersberger Team jetzt behandeln kann, sind Aortenaneurysmen.
Ebersberger Team behandelt Aortenaneurysmen
Diese krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader, auch Aorta, entsteht meist durch geschwächte Gefäßwände und tritt im Bauchraum und Brustbereich auf. Wird es nicht behandelt, kann das Aneurysma platzen und lebensgefährliche innere Blutungen auslösen. „Im Jahr 2025 haben wir mehr als 30 Menschen mit teils hochkomplexen Aortenaneurysmen behandelt“, bilanziert Chefarzt Dr. Heiko Wendorff. Über die Leistenschlagader wird dafür eine spezielle Stentprothese, also eine Art beschichtete Stütze für die erweiterte Stelle, eingeführt. Diese Prothese überbrückt dann die geschwächte Stelle, und schützt damit vor einem Einriss. Dieses minimalinvasive, präzise Katheterverfahren müsse gut geplant werden und sei eine schonende Methode für die Patientinnen und Patienten, versichert er. Hinzu kommen mehr als 40 offene Carotisoperationen (Halsschlagader-OP), die zu den wichtigsten operativen Eingriffen in der Schlaganfallprävention zählen. In dieser Zahl sind auch die Patienten enthalten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben und auf der Stroke-Unit (Schlaganfallstation) des Klinikums Ebersberg München Ost behandelt werden.
Das ist Dank eines Teams aus spezialisierten Oberärztinnen und Oberärzten möglich. „Ich bin froh, dass wir nach zwei Jahren eine so qualifizierte und motivierte Mannschaft in der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in Ebersberg sind“, freut sich der Chefarzt. Auch die klassischen gefäßchirurgischen Eingriffe sind fest etabliert: zahlreiche Leistenrekonstruktionen, Bypassoperationen bei fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt, sowie Dialyseshunts für Patienten mit Niereninsuffizienz.
Hilfe bei Carotisstenose
Wendorff und sein Team sehen ihre Aufgaben aber nicht nur im OP. Ein besonderes Anliegen ist auch die Behandlung chronischer Wunden. Häufig sind sie Folgen von Gefäßerkrankungen. Für die Betroffenen sind chronische Wunden mit hohem Leidensdruck verbunden. „Eine gute Zusammenarbeit mit den behandelnden niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist uns im Sinne der Patienten mit chronischen Wunden sehr wichtig“, betont Wendorff. Ab Mai wird ein Wundzentrum im MVZ des Klinikums Ebersberg München Ost eröffnet, um eine lückenlose Behandlung der Wundpatienten zu gewährleisten.
Für Patientinnen und Patienten in der Region sei diese Bilanz nach zwei Jahren ein starkes Signal, stellt Robert Niedergesäß, Landrat und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Klinikums Ebersberg München Ost fest: „Hochspezialisierte Gefäßmedizin ist nicht nur in den Metropolen möglich, sondern auch dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird: nah am Wohnort. Wir sind stolz, dass wir unseren Patienten dieses hochprofessionelle Angebot unterbreiten können, es spricht für unseren starken Gesundheitsstandort Landkreis Ebersberg!“