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Innovative Idee zum Wohle der Patientinnen und Patienten

Das Da-Vinci-Operationssystem ist eine der präzisesten und schonendsten Technologien für chirurgische Eingriffe. Viele Patientinnen und Patienten möchten, dass ihre Operateure die umgangssprachlich als „Roboter“ bezeichnete Methode verwenden. Für manche, vermeintlich kleine, Erkrankungen kommt der „Da Vinci“ in deutschen Kliniken aber gar nicht erst zum Einsatz. Aus Kostengründen. Das Team um Dr. Alexander Gratz, Chefarzt der Allgemeinen und Speziellen Viszeralchirurgie des Klinikums Ebersberg München Ost, und das Team im OP haben einen Weg gefunden, wie sie auch solche OPs mit dem Da Vinci-System ermöglichen können – als eine der ersten Kliniken in Deutschland.

Das Team im OP um Chefarzt Dr. Alexander Gratz (rechts) hat einen Weg gefunden, wie mehr Patientinnen und Patienten von der schonenden Operationsmethode mit Da Vinci profitieren.

Das Team im OP um Chefarzt Dr. Alexander Gratz (rechts) hat einen Weg gefunden, wie mehr Patientinnen und Patienten von der schonenden Operationsmethode mit Da Vinci profitieren.

Das Grundproblem, vor dem nicht nur Dr. Alexander Gratz mit seinem Team steht, sondern jede Klinik in Deutschland: „Nach Roboter-assistierten Eingriffen haben Patienten nachweislich weniger Schmerzen und deutlich kürzere Erholungszeiten. Diese Technik ist aber teuer, weshalb sie bei Eingriffen mit niedrigem Erlös, z.B. einer Gallenblasenentfernung, nicht eingesetzt wird. Für die Kliniken wäre das unwirtschaftlich, denn der einzelne Eingriff rechnet sich nicht.“ Die robotische Chirurgie ist seit 2023 fester Bestandteil der täglichen Versorgung in den Abteilungen für Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie am Klinikum Ebersberg München Ost. In der Viszeralchirurgie wird die Robotik regelmäßig vor allem bei komplizierten Eingriffen am Magen-Darmtrakt und der Leber, aber auch in der Versorgung von komplexen Bauchwandbrüchen (Hernien) eingesetzt.

Innovative Idee in der Ebersberger Viszeralchirurgie

Dr. Alexander Gratz und die beiden anderen Da Vinci-Hauptoperateure der Abteilung, die Oberärzte Dr. Stefan Guenter und Dr. Thomas Nicolaus, begannen nach einer Lösung zu suchen, die auch Patienten, deren Gallenblase wegen Gallensteinen entfernt werden muss, eine OP mit Da-Vinci ermöglicht. Schnellere Genesung und weniger Schmerzen für die Operierten sowie hohe Sicherheit zum einen, zum anderen sollte aber das Klinikum Ebersberg München Ost nicht draufzahlen. Die Lösung ist in der Theorie sehr simpel. Gratz erklärt den Grundgedanken so: „Wenn man viele dieser Gallenblasen-Eingriffe hintereinander operiert und mehr schafft, als an einem regulären OP-Tag mit konventioneller Technik, dann rechnen sich die Festkosten für Personal, etc. – und die Summe der Eingriffe führt dazu dass die Klinik keinen Verlust macht.“ 

Schneller zu operieren, ist dabei keine Option. Denn das gehe während der Entfernung der Gallenblase zu Lasten der Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Die Ärzte der Ebersberger Viszeralchirurgie und das  Team aus Anästhesie, Anästhesie-Pflege und OP-Pflege setzen bei den Abläufen rund um den eigentlichen Eingriff an. Sie werden so perfektioniert, dass keine unnötigen Wartezeiten entstehen. Patientinnen und Patienten vorbereiten und auf dem Operationstisch lagern, Narkose, Operationsinstrumente reinigen und wechseln sowie das Andocken des Roboters werden präzise miteinander verzahnt. Viele Arbeitsschritte können parallel stattfinden, anstatt nacheinander. „Das ist wie in der Formel 1: Nicht allein die Geschwindigkeit auf der Strecke entscheidet, sondern vor allem der perfekt koordinierte Boxenstopp“, verdeutlicht Chefarzt Dr. Alexander Gratz. „Wir haben nicht versucht, den einzelnen Eingriff auf Biegen und Brechen zu verkürzen. Wir haben uns gefragt: Wo verlieren wir Zeit“, erklären die Oberärzte Dr. Thomas Nicolaus und Dr. Stefan Guenther den Weg zur Lösung.

High Intensity Therapy (HIT) im Ebersberger OP

Das Konzept trägt den Namen High Intensity Therapy – HIT. Im Oktober hat die Ebersberger Viszeralchirurgie an einem solchen „HIT-Tag“ sieben Patientinnen und Patienten die Gallenblase entfernt. Die Abläufe von 7.53 Uhr bis 15 liefen wie ein Uhrwerk. „Wir in Ebersberg sind eines der ersten Häuser in Deutschland, das dieses Konzept anwendet.“ Der neue Prozess hat für Menschen, deren Gallenblase entfernt werden muss einen weiteren Vorteil: Sie wissen, dass ihr OP-Termin auf jeden Fall an dem geplanten Tag stattfindet. Kein Verschieben des OP-Termins. Für Chefarzt Dr. Alexander Gratz ist das HIT-Konzept Resultat einer perfekten Zusammenarbeit: „Der Roboter ist nur ein Teil des Ganzen. Der eigentliche Schlüssel ist das Team.“ 

Das Ebersberger Team wird nun häufiger mit dem HIT-Konzept arbeiten. Bei komplexen, Bauchwandhernien, die Roboter assistiert operiert werden, wird das HIT-Prinzip in Ebersberg ebenfalls eingesetzt. „Hightech soll nicht nur an wenigen, spezialisierten Zentren verfügbar sein, sondern auch bei uns im Klinikum Ebersberg – sinnvoll, sicher und wirtschaftlich“, sagt Stefan Huber, Geschäftsführer des Klinikums Ebersberg München Ost. Das sei für die Menschen in der Region ein wirklicher Gewinn.

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