Diagnostik bronchopulmonaler Krankheiten


Für die Einschätzung eines Krankheitsbildes und die Planung der weiteren Diagnostik spielt nach wie vor das Gespräch mit dem Patienten eine wesentliche Rolle, ebenso wie die gewissenhafte körperliche Untersuchung. Beides erfolgt routinemäßig bei Klinikaufnahme durch den Aufnahme- bzw. Dienstarzt, bei Bedarf kann natürlich jederzeit ein Fach- bzw. Oberarzt hinzugezogen werden.

Je nach Schwere der Erkrankung kann es entscheidend sein, rasch über eine Reihe von Laborwerten zu verfügen. Bei Atemwegserkrankungen spielt die Sauerstoffsättigung im Blut eine wesentliche Rolle, da sie einen sofortigen Eindruck von der Beeinträchtigung der Atmung bzw. von der Qualität der Sauerstoffversorgung des Organismus verschafft. Diese Messung – pulsoxymetrisch über einen Fingerclip - ist bei uns bereits bei der Aufnahme Standard. Die Bestimmung weiterer akut wichtiger Laborwerte, wie Blutbild, Entzündungsparameter oder komplette Blutgasanalyse ist rund um die Uhr im klinikeigenen Labor möglich.

Einen wesentlichen diagnostischen Stellenwert besitzt nach wie vor die konventionelle Röntgenaufnahme der Thoraxorgane. Auf ihr lassen sich Belüftungsstörungen der Lunge, Verschattungen, Herzgröße, Flüssigkeitsansammlungen und vieles mehr rasch erkennen. Die Durchführung in unserer Klinik erfolgt in der Regel rund um die Uhr vom Aufnahmebereich aus, also noch vor der eigentlichen Ankunft auf Station. Wir arbeiten dabei eng mit der Radiologischen Hauptabteilung unserer Klinik zusammen, so dass die Röntgenbilder immer zusätzlich von einem Fachradiologen gesehen und beurteilt werden.

Bei radiologischem Verdacht auf eine Flüssigkeitsansammlung im Thoraxraum (Pleuraerguss, Perikarderguss) kann schon vom Aufnahmearzt eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt und z. B. bei Atemnot durch Punktion eine unverzügliche Entlastung geschaffen werden.

Bei unklaren Krankheitsprozessen in Lunge und Bronchien, bei Verdacht auf Lungenembolie und anderem kann über unsere radiologische Hauptabteilung ebenfalls zeitnah eine Computertomografie der Thoraxorgane erfolgen (auch hier besteht eine 24-Std.-Bereitschaft). Von Vorteil sind die "kurzen Wege" in unserem Haus, die jederzeit eine kurzfristige Befunddiskussion mit den radiologischen Kollegen ermöglichen.

Zur weiteren Abklärung kann die Durchführung einer Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) notwendig werden. Hiermit lässt sich z. B. bei Lungenentzündung Material für eine Erregerdiagnostik oder Zellmaterial bei Verdacht auf eine Tumorerkrankung gewinnen.

Durch eine Spülung der Lungenbläschen selbst ("bronchoalveoläre Lavage") lässt sich Zellmaterial aus der Lungenperipherie gewinnen, z. B. bei unklarer "Verschattung" im Röntgenbild.

Die Durchführung einer diagnostischen Bronchoskopie erfolgt mit einem ca. 5 mm dünnen Videobronchoskop, in der Regel in leichtem Dämmerschlaf. Die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist für den Patienten – von gelegentlichem Hustenreiz nach der Untersuchung abgesehen – kaum belastend.

Bei Prozessen an bzw. neben der Bronchialwand wird zu deren Beurteilung und zur Materialgewinnung der endobronchiale Ultraschall eingesetzt. Hierbei ist ein kleiner Ultraschall-Kopf an der Spitze des Bronchoskops angebracht. Die Durchführung erfolgt wie bei einer Bronchoskopie unter Sedierung.

Eine wertvolle Untersuchung, vor allem bei chronischen Lungenerkrankungen, ist die Lungenfunktionsprüfung, mit der sich Art und Schwere einer Funktionseinschränkung messen und z. B. auch die Wirksamkeit der laufenden Therapie beurteilen lässt.

Uns steht hierfür u. a. ein sogenannter Bodyplethysmograph zur Verfügung, der eine sehr detaillierte und zuverlässige Beurteilung verschiedener Funktionsparameter der Atmung erlaubt.


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