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Männer, achtet auf Eure Gesundheit!
Prostata-Karzinom häufigste Krebserkrankung bei Männern


Dr. Mathias Barba

Ebersberg – Mehr Bewegung, gesünder und weniger essen: Nicht nur im Frühling gehen Männer immer bewusster mit ihrem Körper um. Bei der Gesundheitsvorsorge indes ist die neue Achtsamkeit noch nicht recht angekommen, nur rund ein Drittel der 55- bis 75-Jährigen geht zur von den Krankenkassen ab 45 Jahren empfohlenen jährlichen Prostata-Untersuchung.
Das Prostatakarzinom, immerhin die häufigste Krebserkrankung bei Männern, kündigt sich nicht mit Schmerzen an, warnt Dr. Mathias Barba, Chefarzt der Urologie an der Kreisklinik Ebersberg. "Rechtzeitige Erkennung bedeutet aber sehr gute Heilungschancen", so der 51-jährige Mediziner.


Ist die Vorsorgeuntersuchung denn unangenehm?
Dr. Barba: Nein, sie verläuft schmerzfrei und diskret. Der Patient liegt entspannt auf der Seite, das Abtasten der Prostata, also der Vorsteherdrüse, dauert nur eine kurze Zeit und gibt uns dennoch wertvolle Hinweise etwa auf eine Vergrößerung oder Verhärtung der Prostata.

Diese bedeutet aber nicht unbedingt eine bösartige Veränderung?
Dr. Barba: Nein, die Prostata, wächst bei jedem Mann mit zunehmendem Alter. Um festzustellen, ob die Gewebeveränderungen gut- oder bösartig sind, empfiehlt sich neben einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung über den Enddarm zunächst die Bestimmung eines Blutwertes, des so genannten PSA-Werts. Bei Prostataentzündung oder Krebs ist der Wert deutlich erhöht. Den letzten Aufschluss über das Vorliegen eines Karzinoms ergibt dann die Gewebeprobe.

Unterscheiden sich die Warnsignale bei gut- und bösartiger Prostatavergrößerung?
Dr. Barba: Sie sind weitgehend gleich: Häufiger bzw. plötzlicher, sehr starker Harndrang oder ein abgeschwächter Strahl ohne vollständige Blasenentleerung. Leider gewöhnen sich die Männer oft an diese Veränderungen und nehmen sie nicht mehr als etwas Besonderes war.

Dabei könnte ihre Lebensqualität oft leicht verbessert werden, oder?
Dr. Barba: Ja, weil neben der Vorsorge eine Behandlung obiger Beschwerden allemal sinnvoll ist. Denn eine nicht vollständig entleerte Blase kann zu Blasenentzündungen und Harnrückstau führen, der im schlimmsten Fall Nierenversagen verursacht. Zu unseren Untersuchungen gehört neben dem Abtasten auch die Messung des Restharns und der Stärke des Harnstrahls, mit der zum Beispiel eine Prostatavergrößerung von einer Verengung der Harnröhre unterschieden werden kann. Oft können wir mit pflanzlichen oder später auch stärkeren Medikamenten viel erreichen. Diese Medikamente behandeln die Symptome, schützen die Harnblase und können den Zeitpunkt einer Ausschälung des überflüssigen Prostatagewebes verschieben.

Ist eine Operation bei Prostata-Krebs in jedem Fall unumgänglich?
Dr. Barba: Hier kommt es ganz auf den Einzelfall an. In Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung und dem Alter des Mannes wählen wir in Absprache mit dem Patienten die optimale Lösung. Er kann sich dabei auf die extern geprüfte Qualität unserer Arbeit verlassen: Wir sind DIN-zertifiziert und zertifiziertes Mitglied im Prostatazentrum München.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es heute denn?
Dr. Barba: Wenn der Krebs früh genug entdeckt wird und sich also noch im Organ, der Prostata, befindet, bringt eine Operation im Normalfall eine Heilung. Gerade für jüngere Männer ist dies eine echte Option. Alternativ sind Bestrahlungen oder eine medikamentöse Behandlung möglich. Diese Therapien bieten wir eher älteren Männern an, für die eine Operation schon wegen ihrer Begleiterkrankungen nicht die erste Wahl wäre. Bei nachgewiesenem Prostatakrebs in niedriger Ausdehnung ist zudem ein aktives Zuwarten ohne sofortige Therapie möglich. Auf jeden Fall gilt, dass wir in engem Kontakt mit den Patienten bleiben und mit regelmäßigen Kontrollen auf sie achten.

Müssen die Männer nach der Operation Angst um ihre Potenz haben?
Dr. Barba: Die Angst vor Impotenz und Inkontinenz ist nachvollziehbar. In den letzten Jahren können wir nicht nur bei gutartigen Veränderungen minimal-invasive Eingriffe anbieten, sondern dank verfeinerter Operationstechniken beim Prostatakrebs in vielen Fällen die Prostata auch so schonend für Erektionsnerven entfernen, dass die Potenz in der Regel erhalten bleibt oder durch zusätzliche Hilfsmittel nach der Operation wieder erreicht werden kann. Nahezu alle Patienten erreichen eine postoperative Kontinenz.


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